EIA Electronic Industrial Alliance

Die Electronic Industries Alliance als Wegbereiter für zahlreiche Standards

Die EIA war während des 20ten Jahrhunderts wohl eine der maßgeblichsten Organisationen im Bereich der Industriellen Kommunikation. Durch diesen Verbund wurden zahlreiche Standards entwickelt, die mit ihren Eigenschaften, Spezifikationen und Ausführungen als Basis für Weiterentwicklungen anderer technischer Anwendungen dienten.  Jedoch waren die Schaffungsprozesse wohl auch durch die Schwierigkeiten der Namensgebung gestört, die sich durch den Aufschwung der Technik, den neuen Errungenschaften und die steigende Mitgliederzahl ergeben haben. So kam es zu zahlreichen Umbenennungen. Heutzutage gibt es die EIA nicht mehr, doch die Standards sind unter einer entsprechenden Kennung noch gemeinhin bekannt. Bei den letzten Einzelorganisationen, die dem Verband bei seiner Auflösung noch angehörten zählten ECA, JEDEC, GEIA, TIA und CEA. Diese Mitglieder verwalten teilweise auch heute noch die Angelegenheiten bezüglich der Arbeit der EIA.

 

Die Problematik der Namensfindung

Die EIA ist die Electronic Industries Alliance, der aus einer Initiative unterschiedliche US-amerikanische Unternehmer entstand. Die Hauptaufgabe bestand im Entwickeln von Standards, die eine Zusammenarbeit von Geräten unterschiedlicher Anbieter ermöglichen. Seit 2010 existiert die EIA an sich nicht mehr, auch wenn sie in Teilen durch die Einzelorganisationen weitergeführt wird. Der Ursprung dieses Verbands geht bis zum Jahre 1924 zurück, in welchem sich die Radiohersteller zunächst einmal zur Associated Radio Manufacturers zusammengeschlossen haben. Durch den Aufschwung der Elektronikindustrie erweiterte sich die Mitgliederzahl und Aufgabenvielfalt immer mehr, was sich jedoch auch in regelmäßigen Namensänderungen widerspiegelt. Unter folgenden Namen war die EIA im Laufe ihrer Geschichte bekannt:

 

  • Radio Manufacturers Association (1925)
  • Television Manufacturers Association (1950)
  • Radio Electronics Television Manufacturers (1953)
  • Electronics Industries Association (1957)

 

Die nächsten zwanzig Jahre war bei der Namensgebung zunächst Ruhe, bis 1997 die endgültige Bezeichnung als Electronics Industries Association gewählt wurde. Diese war gleichsam auch der Punkt, an welchem die Entwicklung weg von einer reinen Herstellervereinigung markiert wurde. Der Sitz dieses Verbands war im Us-amerikanischen Bundesstaat Virginia. Mit Beginn des Jahres 2011 wurde die EIA dann offiziell aufgelöst, wobei die entwickelten Standards mittlerweile durch die ECA verwaltet werden. Diese Bezeichnung ist jedoch längst hinlänglich, da es zu einem Zusammenschluss mit der NEDA, der National Electronics Distributors Association zur EDIA, der Electronic Components Industry Association kam.

 

Die klassischen Standards von EIA

 

Innerhalb von 86 Jahren entwickelten die Hersteller der Electronic Industries Alliance zahlreiche Technologien, Anwendungen und Programme, die teilweise noch heute in Bereichen der Kommunikationsinformatik vorhanden sind. Besonders das Aufstellen von Standards scheint ein elementarer Fokus der Arbeit dieser Organisation zu sein, da sich alle im Ursprung vier wesentliche solcher Klassifizierungen finden lassen:

 

  • RS-232: Dies ist ein Standard, der sich auf eine bei Computern oft auffindbare serielle Schnittstelle bezieht, die seit den frühen 1960er auf dem Markt ist. In früheren Zeiten wurden Mainframes und Text-Terminals durch Modems und mittels einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung zusammengeschlossen. Dies lief alles über die Telefonleitung. Die Übertragung beider Systeme erfolgte sequenziell. Durch diese eigentliche Konzipierung besitzt die Schnittstelle RS-232 einige Unstimmigkeiten, wenn es um die Definition von Steuerleitungen geht. In Kombination zu den nachfolgenden üblichen Anwendungen konnte dies Verschaltungsprobleme nach sich ziehen

 

  • RS-422: Bei diesem Schnittstellenstandard, der für eine leitungsgebundene differentielle und serielle Datenübertragung sorgt, findet keine Spezifizierung der elektrischen Eigenschaften eines Interfaces statt, sodass zudem weder Protokoll noch Steckerbelegung und Pinbelegung definiert sind.

 

  • RS-485: Dieser Standard wurde für die gleiche Art des Datentransfers konzipiert, wie er sich bei RS-422 finden lässt. Dank der symmetrisch verlaufenden Signalübertragung ist das Hauptmerkmal bei dieser Schnittstelle eine hohe Toleranz gegenüber elektromagnetischen Störungen. Damit der invertierte oder nichtinvertierte Pegel eines 1-Bit-Datensignals versendet werden kann, nutzt dieser Standard ein Leitungspaar. So wird an der Stelle des Empfängers basierend auf der Differenz der beiden Spannungspegel das ursprüngliche Datensignal rekonstruiert, was Einflüsse von Gleichtaktstörungen auf die Qualität der Übertragung verhindert. Somit wird die Störsicherheit im Gesamten deutlich verbessert.

 

  • RS-423: Auch hierbei handelt es sich um eine standardisierte serielle Schnittstelle, die jedoch für eine leitungsgebundene unsymmetrische serielle Datenübertragung zur Verfügung steht. Der Aufbau entspricht im Wesentlichen dem, der RS-232-Technologie. Allerdings findet hier keine bidirektionale Punkt-zu-Punkt-Verbindung statt, sondern eine unidirektional verlaufende Verknüpfung. Zudem gibt es auch einen Unterschied der an der Kommunikation beteiligten Komponenten. Bei RS-232 handelt es sich um zwei Teilnehmer, bei RS-423 findet der Datentransfer zwischen einem Sender und maximal zehn Empfängern  statt.

 

Ursprünglich wurde das Präfix RS als Bezeichnung für den Radio Sector genommen, was jedoch durch Recommended Standard ersetzt wurde. Doch durch die zahlreichen Namensänderungen der Organisation, entstand auch eine Verwirrung bezüglich der Bezeichnungen der Standards. Heute findet sich vorwiegen das Präfix EIA, wobei jedoch seit der Gründung der TIA und der Unterstellung in die Electronic Industries Alliance noch das TIA bei der Kennzeichnung hinzukommt.